Wissen? Machen!

"Wissen ist Macht" heißt es. Aber was ist überhaupt "Wissen"? Und was nutzt uns das Wissen, wenn wir nicht handeln? Nie war es so einfach, an Informationen zu kommen, wie heute. Dem Internet sei Dank, haben wir heute Zugriff auf nahezu unzählige Veröffentlichungen und wissenschaftliche Abhandlungen. Trotzdem ist es deshalb nicht einfacher geworden, sich gezielt Wissen anzueignen. Das Problem besteht heute nicht mehr darin, dass man keinen Zugriff auf das Wissen hat, sondern dass man findet, wonach man sucht und was einem seine Fragen beantwortet.

Aber selbst mit der Suche und dem Finden ist es nicht getan: Denn wenn wir einen Text gefunden haben, der das Thema behandelt, das uns beschäftigt, müssen wir den Text auch verstehen und in einen Zusammenhang bringen. Letzlich müssen wir auch noch entscheiden, ob die dargestellten Informationen aus einer seriösen Quelle stammen. Wir müssen in der Lage sein, Meinungen von Tatsachen zu unterscheiden.

Gerade las ich auf einer Nachrichtenseite in einem Artikel über die Wahl Donald Trumps zum nächsten Präsidenten der USA, dass wir im "post-faktischen Zeitalter" angekommen seien. Der Autor erklärt mit diesem Begriff, warum es so vielen Wählern offenbar gleichgültig war, dass viele Aussagen ihres Kandidaten nachweislich falsch waren. Seiner Meinung nach ging es diesen Wählern gar nicht um Tatsachen, sondern um Emotionen. Obwohl viele Aussagen Trumps im Wahlkampf nicht der Wahrheit entsprachen, hätten sie aber dennoch starke Gefühle geweckt und ein Bedürfnis befriedigt, beachtet zu werden und dazu zu gehören.

Aber ich will hier nicht über Politik reden. Wir finden aber Parallelen in fast allen Bereichen, über die in Onlineforen oder sozialen Netzwerken diskutiert wird, so auch beim Thema Ernährung. Mit der Bereitschaft, sich auf Argumente einzulassen oder seine Meinung auf der Grundlage von Tatsachen zu bilden und ggf. auch zu verändern, ist es oftmals nicht sehr weit her. Meinungsverschiedenheiten, die in Diskussionsforen ausgetragen werden, erinnern oft an Glaubenskriege. Niemand ist bereit, sich von seiner zur Ideologie erhobenen Meinung zu lösen oder mit etwas Abstand darüber nachzudenken, ob das Konzept auch wirklich schlüssig ist, welches man vertritt. Dann kämpfen Low-Carber gegen Kalorienzähler, Veganer gegen Fleischesser, die Mitglieder eines Online-Abnehmprogramms gegen Leute, die eine sogenannte "Formula-Diät" mit Proteinshakes praktizieren. Und man fragt sich nur: Warum?

Welche Rolle spielen eigentlich Fakten noch in solchen Diskussionen? Die Fülle an Informationsquellen macht es uns leicht, ein Forum oder eine Usergruppe eines sozialen Netzwerkes zu finden, wo wir unsere eigene Meinung bestätigt fühlen, wo wir keinen Widerspruch ertragen müssen. Das gibt uns das gute Gefühl, das Richtige zu tun. Wir fühlen uns wohl in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, wo wir dazu gehören. Nur leider bedeutet das, dass wir aufpassen müssen, dass Tatsachen dabei nicht in den Hintergrund treten. Denn was nutzt es uns, zu einer Gruppe von Leuten zu gehören, die sich immer wieder darin bestärkt, die einzig wahre Ernährungsform gefunden zu haben, wenn wir damit unser eigenes Ziel nicht erreichen? Dann sollten wir doch so ehrlich sein und zunächst unsere eigene Meinung hinterfragen und das Konzept auf den Prüfstand zu stellen, oder etwa nicht?

Hier auf abnehmchecker.de geht es nicht um eine spezielle Diätform. Hier gibt es kein Patentrezept und kein ultimatives Konzept. Aber du findest hier Hintergrundinformationen, die du nutzen kannst, um dir eine eigene Meinung zu bilden und deinen eigenen Weg zu finden, der dich an dein Ziel bringt. Machen wir uns nichts vor: Es gibt nicht den einen richtigen Weg für alle, auch wenn es uns die Werbevideos der unzähligen Abnehmprogramme immer wieder so verkaufen wollen.

Ich weiß, dass sich viele Menschen wünschen, dass man sie an der Hand nimmt und durch den Dschungel führt. Sie kapitulieren zwischen dem Wunsch, irgendwo dazu zu gehören und der Suche nach einer Lösung für ihr Problem. Eigenverantwortung ist hier wieder einmal gefragt, aber dabei wünscht man sich einfach etwas Geborgenheit und dass sich endlich mal jemand um einen kümmert. Uns sollte klar sein, dass sich dieses Bedürfnis nicht im Internet erfüllen lässt. Es würde viele hitzige und unnütze Debatten vermeiden, wenn wir uns das einmal bewusst machen und nicht versuchen, jeden Kampf in den sozialen Netzwerken auszufechten, nur um jemandem zu beweisen, dass wir aber recht haben.

Das würde viel Kraft sparen, die wir besser gebrauchen können, um zu handeln! Niemand hat bislang davon abgenommen, dass er alles über Ernährung weiß, aber sehr viele haben dadurch abgenommen, dass sie ihr Wissen in die Tat umgesetzt haben. Natürlich gibt uns ein fundiertes Wissen die Sicherheit, das Richtige zu tun. Damit überstehen wir auch Phasen, in denen es nicht so recht voran gehen will. Wenn wir überzeugt sind, das Richtige zu tun, dann können wir auch am Ball bleiben, wenn es schwerfällt und wir irren nicht im Kreis umher und fangen jede Woche was Neues an.

Aber dafür müssen wir auch ehrlich sein, auch das ist ein Teil der Eigenverantwortung. Es geht doch um uns und nicht darum, vor anderen zu glänzen, dass man die Regeln eines bestimmten Programms akribischer einhält als andere. Wenn wir feststellen, dass unsere Fortschritte ausbleiben, dann müssen wir unseren Kurs korrigieren. Auch dabei hilft uns das Wissen, das zu ändern, was uns im Weg steht und beizubehalten, was uns voran bringt.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, dann habe ich am Ende doch noch ein paar konkrete Tipps für dich, wie du jetzt gleich beginnen kannst, dich auf die Reise zu machen.

1. Setze dir Ziele! Deine Ziele sollten nicht nur aus einem bestimmten Wert auf der Waage bestehen, den du erreichen willst. Setz dir Ziele, wie du dich fühlen möchtest, was du leisten möchtest und wie du aussehen möchtest. Höre nicht auf Nein-Sager, die dir einreden wollen, dass du es sowieso nicht schaffen kannst.

2. Werde dir über deine Ernährung bewusst! Schreibe ab sofort alles auf, was du isst oder mache davon Fotos mit deinem Handy oder führe ein Ernährungstagebuch. Finde heraus, was dir davon am meisten im Wege steht, um deine Ziele zu erreichen.

3. Beginne damit, Sport zu treiben! Erledige mehr Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad, gehe raus an die frische Luft anstatt vorm Fernseher oder im Internet abzuhängen. Steigere deine Kraft durch Ganzkörper-Krafttraining. Beginne auf dem Level, auf dem du gerade stehst und versuche, dich langsam und kontinuierlich zu steigern.

4. Du benötigst zum Abnehmen ein Kaloriendefizit. Das heißt, dass dein Körper mehr Energie verbrauchen muss als du ihm über die Nahrung zuführst. Trotzdem solltest du darauf achten, dich abwechslungsreich und vollwertig zu ernähren, damit dein Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist.

Alles weitere wirst du auf deinem Weg lernen, wenn du bereit bist, dein Wissen zu erweitern und Neues zu lernen. Wenn du es schaffst, alte Gewohnheiten zu ändern, die dich von deinem Ziel abbringen und neue Gewohnheiten zu entwickeln, die dich näher an dein Ziel bringen. Sei geduldig mit dir und lasse dir die Zeit, die es braucht. Es ist kein Wettrennen, du hast es selbst in der Hand.

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