Motivation, der Antrieb zur Veränderung

Am Anfang eines jeden Vorhabens steht die Frage, was einen dazu antreibt. Man tut ja nichts ohne Grund und wenn doch, dann tut man es sicherlich nicht sehr lange. Auf diese Art und Weise scheitern vermutlich 90% aller begonnenen Diäten und Sportprogramme innerhalb weniger Tage oder spätestens nach wenigen Wochen und man fällt wieder in alte Gewohnheiten zurück. Der "Erfolg" besteht dann darin, hinterher noch dicker und vor allem noch unzufriedener zu sein, weil alle Mühen, die man bis dahin auf sich genommen hat, vergeblich waren. Daher ist hier das Thema Motivation neben der Ernährung und dem Sport eine der drei wichtigen Säulen auf dem Weg zu einem schlanken und fitten Körper.

Nicht umsonst habe ich die Motivation an erste Stelle gesetzt, denn es ist der Beginn jeder Veränderung: Das kann die Unzufriedenheit mit dem augenblicklichen Zustand sein oder der sprichwörtliche Arschtritt, den man braucht, um etwas, was einen schon lange genervt hat, anzupacken und zu verändern. Das ist die Zündung, der Anstoß, aber dieser Anstoß reicht nicht aus, etwas auch bis ganz zu Ende zu bringen. Und wenn es dein Ziel ist, jetzt zum letzten Mal in deinem Leben abzunehmen und danach dieses Gewicht wirklich dauerhaft zu halten, dann liegt dieses Ziel in weiter Ferne.

Du benötigst also nicht nur den Anstoß, der den Stein ins Rollen bringt, sondern du benötigst einen Antrieb, der deine Motivation auch dauerhaft erhält. Ich habe mal folgenden Spruch gelesen: "Ein guter Anfang braucht Begeisterung, ein gutes Ende Disziplin". Die Begeisterung, etwas Neues zu beginnen, hält oftmals nicht lange vor. Aber glaubst du, dass man die Begeisterung anschließend durch Disziplin ersetzen kann? Über Wochen und Monate, bis du dein Wunschgewicht erreicht hast und danach für den Rest deines Lebens? Immer nur Disziplin, den Verzicht zu erdulden?

So kann es nicht funktionieren! Der erste Fehler besteht schon darin, bei einer Ernährungsumstellung an Verzicht zu denken, für den man vor allem Disziplin braucht. Wenn du etwas änderst, nimmst du dir ja nicht nur etwas weg, sondern du ersetzt es durch etwas Neues. Und dieses Neue, was in dein Leben kommt, muss dir Spaß machen! Wenn du mit deiner neuen Ernährungsweise satt und zufrieden bist, und wenn es dir so richtig gut schmeckt, dann ist es doch kein Verzicht, nur weil es anders ist als vorher.

Denk mal daran, auf was du vorher alles verzichtet hast: Dich im Spiegel gerne anzusehen, Kraft zu haben, etwas anzupacken und vielleicht sogar bereits auf deine Gesundheit. Glaubst du nicht, dass du gerne auf erhöhten Blutdruck verzichten kannst? Oder dass du nicht gerne darauf verzichten kannst, dass du keine Luft bekommst, wenn du dir die Schuhe zubinden willst, weil die Wampe drückt? Das war der Punkt, der mich aufgeweckt hat. Auch die Tatsache, dass mein Vater im letzten Jahr zweimal auf der Intensivstation lag und vor ein paar Tagen schon wieder ins Krankenhaus gekommen ist. Immer waren Stoffwechselerkrankungen und deren Folgen der Grund.

Mir hat das gereicht, anzufangen. Aber was motiviert mich seitdem? Beim Schuhe zubinden bekomme ich nun wieder Luft, dieses Ziel habe ich bereits erreicht. Ich fühle mich rundum wohler, ich werde von Freunden und Kollegen darauf angesprochen, weil man es sieht, dass ich abgenommen habe. Durch den regelmäßigen Sport bin ich gerade so fit wie seit Jahren nicht mehr. Ich könnte jetzt zufrieden sein und mich über den Erfolg freuen. Das bin ich auch, und trotzdem bin ich noch motiviert, weiter zu machen.

Ich habe einen Traum: Ich möchte es irgendwann schaffen, mit dem Segelflugzeug die 1000km-Marke zu knacken. Mein längster Flug bisher war 890km weit und liegt 15 Jahre zurück. Seitdem habe ich einige Flüge über 700km geschafft, aber verbessern konnte ich diese Leistung seitdem nicht. Nun hängt es beim Segelfliegen sehr vom Wetter ab, ob eine solche Strecke überhaupt möglich ist oder nicht, darauf habe ich keinen Einfluss. Aber ich habe großen Einfluss darauf, ob ich einen Flug über 10 Stunden lang voll konzentriert durchhalten werde. Segelfliegen ist kein Sport, von dem man fit wird, aber für den man fit sein muss. Und gerade jetzt fühle ich mich stark genug, die nächste Chance zu nutzen, wenn das Wetter es ermöglicht.

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