Das Abnehmziel

Wenn wir von Motivation sprechen, dann müssen wir uns auch auf jeden Fall über unsere Ziele unterhalten. Du kannst jetzt sagen, dass du dir lieber kein Ziel setzt, weil du dich nicht unter Druck setzen willst. Aber das hätte einen großen Nachteil: Wenn du kein Ziel hast, dann hast du auch keine Erfolgserlebnisse, weil du gar nicht merkst, wann du dein Ziel erreicht hast. Wenn du dir einfach nur vornimmst, schlanker zu werden, dann hast du dieses Ziel ja nach einer Woche bereits erreicht, denn du wirst schon nach ein paar Tagen ein wenig schlanker sein.

Aber vermutlich wird dir das dann noch nicht reichen und deshalb wirst du auch nach einer Woche noch nicht das Gefühl haben, am Ziel zu sein. Und dann wirst du merken, dass du dir eigentlich selbst in die Tasche gelogen hast als du beschlossen hast, dir kein Ziel zu setzen, denn in Wirklichkeit scheinst du ja doch ein Ziel zu haben: Du traust dich nur nicht, es dir einzugestehen, weil es ein Ziel ist, was in weiter Ferne liegt und weil du Angst vor der Tatsache hast, dass es ein weiter Weg sein wird, bis du dieses Ziel erreicht hast.

Aber egal, du hast dich ja nunmal auf den Weg gemacht, dein Ziel zu erreichen. Also darfst du dich auch trauen, dieses Ziel zu benennen, und zwar konkret! "Ich will schlanker werden" ist kein konkretes Ziel, aber wenn ich sage, dass du konkret werden sollst, heißt das nicht, dass du jetzt eine Zahl festlegen musst, die du irgendwann mal auf der Waage angezeigt bekommen magst. Viele Menschen verwechseln schlank mit leicht und sind völlig fixiert auf ihre Waage. Und wenn die täglichen Gewichtsschwankungen mal in die falsche Richtung gehen, dann sind sie niedergeschlagen und frustriert.

Du solltest dir also noch andere Ziele setzen als nur dein künftiges Gewicht: Stelle dir vor, wie du aussehen wirst. Vielleicht hast du ein Foto von jemandem, der schon so aussieht, wie du gerne mal aussehen möchtest. Dann häng dir dieses Foto irgendwo hin, wo du es jeden Tag siehst, damit dir dieses Ziel jeden Tag wieder bewusst wird. Und versuche, dieses Ziel in Werte zu fassen: Miss deinen aktuellen Bauchumfang und definiere den Bauchumfang deiner Wunschfigur, oder den Umfang deiner Oberschenkel oder deines Hinterns.

Du wirst merken, wie du dich mit der Zeit deinem Ziel nähern wirst und das wird dich darin bestätigen, was du tust und es wird deine Motivation festigen, damit weiter zu machen. Du wirst feststellen, wenn du 10% auf dem Weg zu deinem Ziel geschafft hast, 25%, 50%, 75%. Und du wirst zurecht stolz darauf sein! Wenn du auch deinen Körperumfang als Ziel definierst und nicht nur das Gewicht, dann wirst du auch dann ein Erfolgsgefühl haben, wenn du deine Muskeln gestärkt und gestrafft oder sogar neue Muskeln aufgebaut hast. Es ist manchmal zum verrückt werden: Die Menschen sehen im Spiegel, dass sie schlanker geworden sind, aber sind frustriert, weil das Gewicht nicht schnell genug runter geht.

Neben dem Gewicht oder deinen Körpermaßen gibt es aber auch weitere Ziele, die man sich setzen kann. Ich hatte zum Beispiel einen erhöhten Blutdruck, bevor ich 16kg abgespeckt habe. Nun ist mein Blutdruck wieder völlig im Normalbereich! Ich habe von Menschen gelesen, die berichtet haben, dass sich durch die Ernährungsumstellung ihre Cholesterinwerte gebessert haben oder dass sie in Absprache mit ihrem Arzt ihre Diabetesmedikamente reduzieren konnten. Wenn die Last deines Körpers deinen Gelenken bereits Schmerzen verursacht, dann wirst du merken, wie das mit jedem Kilo, das du weniger mit dir herumschleppst, besser wird. Ich muss immer daran denken, wenn ich eine Wasserkiste ins Haus schleppe, dass ich mehr als dieses Gewicht vor einem halben Jahr ständig mit mir herumgetragen habe.

Auch das Ziel, fitter zu werden, ist nicht besonders konkret. Wenn du heute nur 2 Liegestütz schaffst, aber morgen schon 3, dann hättest du dein Ziel erreicht und könntest im Prinzip aufhören. Aber natürlich weißt du, dass ein gesunder Mensch mehr als 3 Liegestütze schafft und daher werden 3 Liegestütze auch nicht dein endgültiges Ziel sein.

Du siehst also, dass Ziele wichtig sind. Und es gibt viel mehr Ziele als nur das Gewicht. Und man sollte sich ruhig Zwischenziele setzen und diese auch feiern, wenn man sie erreicht hat. Wenn du einen Berg besteigst, dann erreichst du den Gipfel auch nur, wenn du einen Schritt nach dem anderen gehst. Und von Zeit zu Zeit wirst du mal eine kurze Pause einlegen und dich freuen über das Stück, das du schon geschafft hast. Egal, wie weit es noch bis zum Gipfel ist. Und trotzdem hast du dein Ziel, den Gipfel des Berges immer vor Augen. Vielleicht musst du auf dem Weg dahin auch wieder mal ein paar Schritte zurück gehen und einen anderen Weg probieren, wenn du an einer Stelle nicht weiter kommst. Aber deswegen wirst du ja nicht gleich wieder bis ganz nach unten gehen und deinen gesamten bisherigen Weg infrage stellen.

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