Die dümmsten Ausreden, keinen Sport zu machen

Bei uns Abnehmcheckern ist Abnehmen ein Dreiklang aus Motivation, gesunder Ernährung und Sport. Im Artikel Warum Sport dir 3-fach beim Abnehmen hilft habe ich dir die 3 wichtigsten Gründe genannt, warum Sport wichtig ist. Und das gilt nicht nur für das Abnehmen, sondern für allgemeine Fitness, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Das wissen wir zwar eigentlich alle, aber dennoch finden die Leute immer irgendwelche Ausreden, warum sie gerade jetzt, gerade heute oder bis zum nächsten Donnerstag keinen Sport machen können. Sie rechtfertigen sich damit vor sich selbst und vor anderen und lügen sich selbst in die Tasche.

Aber das ist halt der bequeme Weg innerhalb der Komfortzone, wo man möglichst wenig an seinen Gewohnheiten ändern muss. Leider hat dieser bequeme Weg einen entscheidenden Nachteil: Er bewirkt keine Veränderung! Es ist das selbe wie bei der Ernährung: Wenn du nichts veränderst, verändert sich auch nichts an dir. Am Ende dieses Artikels werde ich dich vor die Wahl stellen, zwischen 3 Optionen zu wählen. Es liegt an dir, wie du dich entscheidest. Aber hier kommen erstmal die wirklich dümmsten Ausreden gegen Sport:

1. Ich habe keine Zeit für Sport

Das ist vermutlich eines der am häufigsten genannten "Argumente". Man denkt an lange Ausdauereinheiten auf dem Laufband, an Langeweile, an den langen Weg zum Fitnessstudio. Dabei habe ich dir schon geschrieben, dass es nicht in erster Linie auf die Dauer ankommt, sondern auf die Intensität! Und du musst dafür auch nicht ins Fitnessstudio. Gerade am Anfang kannst du große Fortschritte machen mit Übungen mit deinem eigenen Körpergewicht, zuhause! Wenn du mit dem Krafttraining beginnst, dann reichen wenige Wiederholungen aus und dieses Pensum kannst du in wenigen Minuten absolvieren, zu jeder Zeit. Jetzt gleich zum Beispiel, in nur 5 Minuten. Vergiss die Leute, die dir einreden, dass Sport nur dann einen Effekt hat, wenn man mindestens 20 Minuten oder sogar eine Stunde am Stück trainiert. Besser als gar nichts zu machen, ist es auf jeden Fall, täglich 5 Minuten zu investieren. Dass du diese 5 Minuten am Tag nicht übrig hast, glaube ich dir nicht und daher ist das für mich von allen dummen Ausreden die allerdümmste.

"Sport" lässt sich auch in den alltäglichen Ablauf integrieren, ohne dass es überhaupt zusätzliche Zeit kostet. Nimm die Treppe statt dem Fahrstuhl, fahre kurze Strecken mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto oder gehe zu Fuß. Ich fahre täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit und mittlerweile brauche ich exakt genauso lange wie mit dem Auto. Im Gegenteil: Ich spare abends auch noch Zeit bei der Parkplatzsuche.

2. Sport ist mir zu anstrengend

Wenn ich sowas höre, geht mir die Hutschnur hoch! Das ganze Leben ist anstrengend. Selbst wenn du wie ich den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, ist das anstrengend. Nicht nur für den Kopf, sondern auch für deine Muskulatur, die dafür sorgt, dass du nicht von deinem Bürostuhl kippst. Da geben die Leute viel Geld für ergonomische Stühle aus und denken nicht daran, dass sie auch um darauf gerade zu sitzen, Muskeln benötigen. Hast du manchmal Rückenverspannungen und diese kleinen schmerzenden Muskelverhärtungen? Das hatte ich auch mal und das war nicht schön. Jetzt ist das aber weg! Diese kleinen harten Knubbel in deinem Rücken sind ein Anzeichen für eine unzureichende Energieproduktion in deinen Muskelzellen, genauer in deinen Mitochondrien. Der selbe Effekt übrigens, der bei der Leichenstarre eintritt. Merkst du, wohin die Reise geht, wenn du weiterhin nichts machst?

Natürlich ist Sport anstrengend. Aber die Mühen deines Alltags werden dir leichter fallen, wenn du Sport treibst. Mit wenigen Minuten Anstrengung am Tag kannst du dafür sorgen, dass dir die restlichen Stunden des Tages leichter fallen. Wie wäre es also, wenn du in wenigen Wochen sagen kannst, dass dir dein ganzes Leben auf einmal leichter fällt, anstatt weiter zu jammern, dass Sport zu anstrengend ist?

3. Ich habe nicht die richtige Ausrüstung

Was brauchst du denn für eine Ausrüstung, um 10 Kniebeugen zu machen oder 10 Liegestütz? Deinen Körper und einen Fußboden, beides hast du! Du kannst beides in ganz normaler bequemer Kleidung machen oder in Unterwäsche, wenn der Hosenbund dabei zu sehr kneift. Du brauchst dazu weder Turnschuhe noch eine Sporthose, keine Trainings-Matte und kein Fitnessgerät. Dein Körper ist schwer genug, dass du damit erst einmal genug zu tun hast. Es ist eher so, dass stark übergewichtige Menschen anfangs Erleichterungen benötigen, weil ihr Körpergewicht eine zu große Belastung erzeugen würde. Aber auch das ist keine Ausrede: Du kannst Liegestütz stehend gegen eine Wand machen oder die Hände auf einer erhöhten (festen!) Unterlage aufstützen oder auf die Knie gehen anstatt auf die Fußspitzen. Solche Erleichterungen gibt es für alle Übungen!

 
4. Muskeln sind schwerer als Fett, aber ich will doch abnehmen

Wie oft habe ich das schon gelesen, gerade von den Damen. Liebe Ladies: Wollt ihr wirklich schlank werden (und bleiben!) oder einfach nur leichter? Wenn es euch nur um das Gewicht geht, dann könnt ihr euch auch ein Bein amputieren lassen, damit verliert ihr bestimmt 10kg auf einen Schlag. Ich hoffe, ihr seid noch soweit bei Trost, dass ihr merkt, dass das KEINE Lösung wäre, oder? Also sorgt dafür, dass ihr eure Muskeln (und Beine) behaltet und stärkt. Denn starke und kräftige Muskeln lassen euch schlank aussehen, wenn sie nicht unter einer dicken Fettschicht versteckt sind. Muskeln sind die größten Energieverbraucher eures Körpers. Wenn ihr leichter werdet, weil ihr Muskeln verliert, dann dürft ihr in Zukunft noch weniger essen, um euer Gewicht zu halten oder der nächste Jojo-Effekt ist vorprogrammiert.

Ihr könnt leichter sein als andere Menschen und seht dennoch dicker aus als sie. Nicht die Zahl auf der Waage darf euer alleiniges Ziel sein, sondern ihr müsst in erster Linie euren Körperfettanteil senken, um schlank zu sein. Das ist auch der Grund, warum ich vom Body-Mass-Index (BMI) nicht so viel halte. Ein 90kg schwerer durchtrainierter Mann mit einem geringen Körperfettanteil und entsprechend viel Muskelmasse hat den selben BMI wie ein gleich großer 90kg schwerer Mann mit Bierbauch, aber nur einer von beiden sieht schlank aus (rate mal, welcher?).

Im Übrigen wirst du anfangs auch ohne neue Muskeln einen Kraftzuwachs erreichen. Auch das Nervensystem wird trainiert und somit funktioniert die Koordination der vorhandenen Muskulatur besser. Was nutzen dir viele Muskeln, wenn die Hälfte davon gar nicht mitbekommt, dass sie auch mit anpacken muss?

5. Ich will nicht, dass mir Muskelberge wachsen

Das ist auch eine Ausrede, die man vor allem von den Damen hört. Aber auch Männer reden sich damit gerne heraus, dass sie nicht aussehen wollen wie Ronnie Coleman. Keine Angst, das will ich auch nicht und trotzdem mache ich Krafttraining. Es ist nämlich keinesfalls so, dass einem auf einmal unkontrolliert Muskeln wachsen, wenn man sich nur mal kurz in der Nähe einer Hantel aufhält. Damit neue Muskeln gebildet werden, braucht man einen regelmäßigen und intensiven Trainingsreiz (die vorhandene Muskulatur ist zu schwach für die Anforderungen) und eine auf das Muskelwachstum ausgerichtete Ernährung (im Fall von extremen Muskelbergen sicherlich noch das ein oder andere illegale "Präparat"). Und diese Ernährung unterscheidet sich maßgeblich von der Ernährung, die du beim Fettabbau einhalten solltest.

Für den Muskelaufbau und generell für den Aufbau von Körpermasse benötigst du nämlich einen Kalorienüberschuss, das heißt mehr Kalorien essen als du verbrauchst, während du beim Abnehmen ein Kaloriendefizit einhalten solltest, also weniger Kalorien essen als du verbrauchst. Das Eine (Abnehmen) schließt das Andere (Zunehmen) also aus, merkst du das? Daher ist Muskelaufbau bei gleichzeitigem Fettabbau eine Sache, die zwar nicht unmöglich ist, aber dennoch sehr schwierig und keinesfalls ein unkontrollierbarer Nebeneffekt. Wenn du Muskelmasse aufbauen möchtest, ist es einfacher Aufbauphasen, in denen Muskeln aufgebaut werden (und dabei in der Regel auch Fett) mit Definitionsphasen abzuwechseln, in denen es darum geht, die Muskeln zu erhalten und den Körperfettanteil wieder zu reduzieren.

6. Ich bin zu alt für Sport

Keine Ahnung, wie alt du bist, aber solange du nicht gerade auf der Intensivstation liegst und die Ärzte bereits darüber diskutieren, die lebenserhaltenen Maßnahmen zu beenden, lasse ich das nicht gelten und da du ja gerade imstande bist, diesen Artikel zu lesen, scheint es dir ja auch noch ganz gut zu gehen. Nehmen wir an, du stellst beim Bierholen fest, dass dein Haus brennt. Rufst du die Feuerwehr oder sagst du dir, dass sich das nun auch nicht mehr lohnt, weil es besser gewesen wäre, wenn du es früher bemerkt hättest? Ich glaube, du verstehst, was ich damit sagen will.

Opa hat sich einen Treppenlift einbauen lassen, weil er nicht mehr alleine in sein Schlafzimmer kommt, Oma ist im Heim, weil sie sich selbst nicht mehr versorgen kann seit ihrem Oberschenkelhalsbruch, den sie sich zugezogen hat, als sie beim Einkaufen gefallen ist und euer Sexualleben existiert nur noch in Erinnerungen an damals, weil dein Mann keinen mehr hoch kriegt? Alle diese Fälle, die viele im Alter für völlig normal halten, haben eines gemeinsam: Es fehlt die Kraft!

Dabei ist es nie zu spät, die Feuerwehr zu rufen und zu retten, was noch zu retten ist. Du solltest halt nicht nur blöd daneben stehen und zugucken, wie deine Hütte abbrennt.

7. Was sollen bloß die Leute denken?

Was interessiert es dich, ob sich jemand darüber lustig macht, wenn du mit Sport anfängst und noch nicht so viel leisten kannst wie andere? Es geht doch nicht darum, dass du besser wirst als andere sondern dass du besser wirst als du selbst. Es geht um deine Fortschritte und um deine Veränderung! Ich kann dir sagen, was viele Leute denken werden, die dich dabei beobachten: Sie werden dich bewundern und beneiden, dass du den Mut und die Kraft hast für deine Veränderung. Lass den Rest reden und lästern, was kümmert es dich?

Als ich mit dem Krafttraining angefangen habe, habe ich keine 10 Liegestütz am Stück geschafft. Das könnte mir peinlich sein, aber ich sage es dir ganz offen. Ich schäme mich nicht dafür, was gewesen ist, aber ich würde mich heute dafür schämen, wenn ich es realisiert und trotzdem nichts daran geändert hätte.

Was nun?

Halten wir fest, dass du nicht zu alt bist, dass es egal ist, was andere über dich denken, dass du nur positive Veränderungen spüren wirst und keine Angst haben musst. Dass du keine spezielle Ausrüstung benötigst und dass du dir die wenige Zeit, die nötig ist, jeden Tag nehmen könntest, wenn du nur wolltest: Was hindert dich noch daran, jetzt damit anzufangen? Nicht morgen und nicht in einer Stunde, sondern jetzt sofort? Schon bald mehr Energie für deinen Job, deine Familie, für deinen Partner und für deine Hobbies mit ein paar Minuten täglich? Mehr Kraft für den Alltag und mehr Gesundheit? Welche der oben genannten Ausreden gehen dir gerade durch den Kopf und was hindert dich daran, etwas zu verändern?

Ich habe oben geschrieben, dass ich dir am Ende dieses Artikels 3 Alternativen anbieten werde, zwischen denen du dich entscheiden kannst. Hier sind sie:

A. Du machst jetzt sofort 10 Kniebeugen. Stelle dich gerade hin, die Beine schulterbreit auseinander, die Fußspitzen leicht nach außen, Hände locker an die Schläfen und los geht's: Runter, bis die Knie etwa einen rechten Winkel bilden, dabei möglichst viel Gewicht auf dem Hacken und nicht auf der Fußspitze. Die Knie sollten dabei nicht vor der Fußspitze sein und anschließend wieder rauf. War doch gar nicht schlimm, also gleich nochmal. Wenn du das nicht zehnmal direkt hintereinander schaffst, dann machst du eine kurze Pause und danach geht's weiter.

Fertig? Herzlichen Glückwunsch! Du hast gerade einen wichtigen Schritt zu deiner Veränderung getan.

B. Du bist der Meinung, dass die oben genannten Argumente gegen Sport gar nicht so dumm sind. Dann setze dir bitte eine Pappnase auf, stelle dich vor den Spiegel und sage es deinem Spiegelbild direkt ins Gesicht. Wenn du dabei lachen musstest und dir Zweifel kommen, ob du das gerade wirklich ernst gemeint hast, dann fange nochmal oben bei Punkt A an, ansonsten gehe direkt zu Punkt C.

C. Du machst gar nichts und bleibst so wie du bist. Aber hör wenigstens auf zu jammern, wenn dir das nicht gefällt. Wenn du nicht einmal das hinbekommst, dann probiere es nochmal mit Punkt A.

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