Wir sind die Abnehmchecker

Kürzlich haben wir im Forum eine Diskussion darüber geführt, ob es eigentlich so etwas wie das "Abnehmchecker-Programm" gibt. Heutzutage ist es ja üblich, dass sich jedes Abnehmprogramm oder Diätform auf einen bestimmten "geheimen" Effekt beruft und ein spezielles Ernährungskonzept verfolgt. Dazu gehören meistens auch konkrete Ernährungsregeln, an die sich die Anwender des Programms halten können.

Ich habe mich gefragt, ob man das, was als Kernaussage in den mittlerweile zahlreichen Artikeln in diesem Blog enthalten ist, auch als ein solches Programm formulieren könnte. Nicht mit dem Ziel, es zu verkaufen, sondern mehr als Hilfestellung. Um es kurz zu machen: Ich halte das nicht für möglich und ich halte es eigentlich nicht einmal für sinnvoll, denn feste Regeln sind niemals geeignet, auf individuelle Unterschiede und Vorlieben einzugehen. Jeder Versuch, eine konkrete Handlungsanweisung zum Abnehmen zu geben, wird daher immer nur für einzelne passen, aber nicht für alle.

Damit will ich nicht sagen, dass nicht jeder abnehmen könnte. Aber halt jeder auf seine eigene Art und Weise. Dabei ist mir auch wieder bewusst geworden, dass dies das eigentliche Ziel ist, für das ich den Blog und das Forum ins Leben gerufen habe. Die Artikel und die Diskussionen mit den anderen Mitgliedern des Forums sollen dabei helfen, seinen eigenen Weg zum Wunschgewicht / zur Wunschfigur zu finden. Aber auch, wenn dieser Weg für jeden anders aussieht, gibt es dennoch ein paar Grundsäulen, die sich auch in der Struktur der Artikel wiederfinden lassen.

1. Motivation

Für mich beginnt alles mit der Frage, warum man etwas verändern will und wie stark der Wunsch nach Veränderung ist. Machen wir uns nichts vor: Diäten scheitern nicht am mangelnden Wissen über die Tatsache, dass man sich mehr bewegen sollte und dass man weniger Kalorien aufnehmen soll als man verbraucht, sondern Diäten scheitern daran, wieder in alte Gewohnheiten zurück zu fallen oder daran, dass sich neue Gewohnheiten (z.B. mehr Sport zu treiben) nicht fest genug etabliert haben. Unser Gewicht ist das Ergebnis unserer Gewohnheiten: Wie, was und wie viel wir essen, und wie oft und wie lange wir körperlich aktiv sind, egal ob im Berufsalltag oder in der Freizeit. Wollen wir unser Gewicht ändern, müssen wir diese Gewohnheiten ändern: Anders essen und uns mehr bewegen. Wenn wir nach erfolgreicher Abnahme wieder zu unseren alten Gewohnheiten zurückkehren, dann wird sich auch das alte Gewicht wieder einstellen. Nichts anderes verbirgt sich hinter dem gefürchteten "Jojo-Effekt". Das ist kein Stoffwechsel-Hokuspokus, sondern das Ergebnis einer gescheiterten, dauerhaften Veränderung.

Jeden von uns treiben andere Gründe an, etwas zu verändern: Sich attraktiver zu fühlen, das Risiko für die Entstehung schwerer Krankheiten zu senken oder leistungsfähiger zu werden. Vielleicht geht es sogar bereits darum, die gesundheitlichen Folgen des Übergewichts zu bekämpfen: einen beginnenden Diabetes aufzuhalten, oder seinen Blutdruck und die Blutfettwerte zu normalisieren. Niemand braucht sich für seine Gründe zu rechtfertigen. Wichtig scheint mir aber, dass du aus deinen eigenen Gründen abnimmst und nicht aufgrund der Erwartung anderer. Dir sollte klar sein, dass du deine Gesundheit nicht deinem Arzt zuliebe verbesserst, sondern deinetwegen. Wenn dir deine Attraktivität wichtig ist, dann geht es darum, wie DU dich magst und nicht darum, wie du von anderen gesehen werden magst.

Im Artikel Motivation, der Antrieb zur Veränderung geht es darum, dass du dir über dein eigenes Ziel klar wirst. Darüber, was dich antreibt, etwas zu verändern. Wenn du weißt, was dein Ziel ist, dann ist es wichtig, dieses Ziel zu konkretisieren. Davon handelt der Artikel Das Abnehmziel. Es wird deine Motivation stärken, wenn du auf deinem Weg feststellst, dass du dich deinem Ziel näherst und dass deine Mühen nicht vergeblich sind. Es wird dir dabei helfen, die neuen Gewohnheiten beizubehalten, die dich deinem Ziel näher bringen und es wird dir dabei helfen, alte Gewohnheiten abzulegen, die dir dabei im Weg stehen. Davon handelt der Artikel Ursache und Wirkung - Oder einfach nur Zufall? Ein Hilfsmittel, die eigenen Ziele zu festigen, stellt das Mentale Training dar.

Ich sehe es an der Zugriffsstatistik, dass die Artikel zur Motivation am wenigsten Beachtung finden, dabei sind sie für mich das Wichtigste überhaupt. Nur unsere eigene Motivation kann uns dazu bewegen, unsere Gewohnheiten zu ändern. Wir tragen keine Schuld, aber wir tragen Eigenverantwortung. Das bedeutet, dass wir es selbst in die Hand nehmen können und müssen. Das birgt das Risiko, zu scheitern, aber vor allem birgt es die Chance, einmal stolz auf das Erreichte zurückblicken zu können. Diese Chance müssen wir ergreifen.

2. Ernährung

Natürlich ist es nicht alleine damit getan, Ziele zu haben, sondern man muss auch handeln, um diese Ziele zu erreichen. Heutzutage wird uns an jeder Ecke ein neues Wunderkonzept angeboten: Alles soll viel einfacher und schneller gehen, wenn man der neuen Diät folgt oder das neue Mittelchen kauft. Um dich in diesem ganzen Dschungel widersprüchlicher Informationen nicht zu verirren, solltest du dir klar machen, dass es dabei immer darum geht, Geld zu verdienen. Es mag darunter auch seriöse Angebote geben, aber das meiste ist ganz einfach großer Humbug, der von skrupellosen Scharlatanen vermarktet wird.

Wenn es so etwas wie ein "Abnehmchecker-Konzept" gibt, dann ist das die Rückbesinnung auf die Grundlagen, die wir alle längst kennen: Eine kalorienreduzierte, vollwertige Ernährung, die auf natürlichen Lebensmitteln basiert. Im Artikel 7 Regeln für die Fettverbrennung findest du daher auch keine Wunderrezepte, sondern simple Dinge, die du eigentlich seit deiner Kindergartenzeit kennst: Iss mehr Gemüse und weniger Zucker, lieber Vollkornprodukte statt Toastbrot und Kuchen. Trinke Wasser und Tee statt Limonade. Einzig die Empfehlung, den Eiweißanteil der Ernährung zu erhöhen, unterscheidet sich von altbekannten Ernährungskonzepten. Die Idee dahinter ist zum einen, den Erhalt der Muskulatur beim Abnehmen zu unterstützen. Zum anderen halten Lebensmittel mit einem hohen Proteingehalt länger satt und helfen somit dabei, dich gegen die nächste Hungerattacke zu schützen. Achte neben der Menge vor allem auf die Qualität der Fette, die du isst und reduziere fettreiche Lebensmittel, die dich mit schlechten Fetten versorgen. Über dieses Thema gibt es zwei umfangreiche Artikel Die Fettfrage und Fettfrage Teil 2.

Aktuell gibt es einen großen Hype um Low-Carb Diäten. Nachdem lange Zeit der Fettanteil unserer Ernährung für das steigende Übergewicht verantwortlich gemacht wurde, sollen nun die Kohlenhydrate schuld sein. Dabei wird immer wieder großer Unsinn über das Hormon Insulin geschrieben, welchem eine zentrale Rolle beim Abnehmen zugeschrieben wird, welches es in der Form nicht hat. Zielführender als zu versuchen, Insulinausschüttungen zu vermeiden (was im Übrigen auch bei einer Low-Carb Ernährung nicht funktioniert), ist es, die Wirkung dieses Hormons aufrecht zu erhalten. Um das Thema Insulinsensitivität geht es im Artikel Macht Insulin dich dick?

Hintergrundwissen über Kohlenhydrate soll auch im Artikel Gute Kohlenhydrate vermittelt werden, dessen Kernaussage sich so zusammenfassen lässt: Es gibt keine guten oder schlechten Kohlenhydrate, aber es gibt Lebensmittel, die neben Kohlenhydraten auch weitere wichtige Nährstoffe enthalten. Wir sollten generell solche Lebensmittel bevorzugen, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen sind, die die richtigen Fettsäuren enthalten und die dem Körper wertvolles Eiweiß liefern. Eine Übersicht über solche Lebensmittel bietet der Artikel Lebensmittel zum Abnehmen.

Bei mir hat es damals schon gereicht, meine Lebensmittelauswahl nach diesem Schema zu verändern. Alleine durch das deutliche Reduzieren der Lebensmittel auf der "roten Seite" hat sich bei mir ein ausreichendes Kaloriendefizit eingestellt. Wenn du dich bereits bewusst ernährst und trotzdem nicht abnimmst, solltest du dir die Mengen, die du isst, genauer unter die Lupe nehmen. Davon handelt der Artikel Wie viel soll ich essen - und wann? Entweder helfen dir bereits die dort angegebenen Richtwerte oder du kontrollierst deine Ernährung durch ein penibel geführtes Ernährungstagebuch (z.B. kostenlos bei fddb.info). Beachte dabei bitte, dass das nur dann zielführend ist, wenn du wirklich ehrlich alles in der korrekten Menge dort einträgst.

Grundsätzlich sehe ich es als sehr nützlich an, seine Ernährung zumindest in der Anfangszeit genau zu protokollieren. Du kannst zum Beispiel Fotos machen von allem, was du isst oder du trägst es in Listen ein. Du kannst auch gerne dein Ernährungstagebuch im Forum führen und Meinungen und Ratschläge einholen. Die Rubrik "Erfahrungsberichte" ist nur für die registrierten Nutzer einsehbar.

3. Sport

Die dritte Säule des gesunden Abnehmens ist Sport. Ich schreibe bewusst "gesundes Abnehmen", denn selbstverständlich kann man auch ohne Sport abnehmen. Oder sagen wir lieber: Man kann ohne Sport Gewicht verlieren. Leider ist ohne Sport ein unnötig großer Anteil des Gewichtsverlustes auf den Abbau von Muskelmasse zurückzuführen und das steht dem Ziel, nach der Abnahme dauerhaft schlank zu bleiben, im Weg. Im Artikel Warum Sport dir 3-fach beim Abnehmen hilft geht es genau darum, dass Sport viel mehr Bedeutung hat, als einfach nur, die Abnahme zu beschleunigen. Neben einer bewussten Ernährung ist Sport der wichtigste Faktor für die Verbesserung oder den Erhalt unserer Gesundheit.

Wir sollten also keine Ausreden suchen, warum wir angeblich keinen Sport treiben können, sondern aktiv werden. Ich hoffe, dass du spätestens nach dem Lesen des Artikels Die dümmsten Ausreden, keinen Sport zu machen angefangen hast, mehr Bewegung in deinen Alltag zu integrieren oder dir regelmäßig etwas Zeit nimmst, Sport zu treiben. Ich habe bislang von jedem gehört, dass Sport zu einem unverzichtbaren Teil seines Lebens geworden ist, wenn man die ersten Anlaufschwierigkeiten überwunden hat und erste Erfolge spürt.

Wenn du dich bislang immer noch nicht aufraffen konntest, dann ist vielleicht die 1000 Kniebeugen-Challenge etwas für dich? Hier geht es darum, einen Monat lang jeden Tag ca. 30 Kniebeugen zu machen. Die Zeit dafür hat jeder und 30 Kniebeugen am Tag sind auch nicht zu viel verlangt. Du musst sie ja nicht alle direkt nacheinander machen, sondern kannst auch 10 am Morgen, 10 in der Mittagspause und 10 am Abend machen. A propos Zeit: Sport muss nicht zeitintensiv sein. Eine sehr effiziente Trainingsmethode stellt das Power-Workout im Tabata-Stil dar. Hoch-intensives Training ist vielleicht nichts für den Einstieg, aber sobald du erste Erfolge erzielt hast, solltest du das mal ausprobieren.

Aber wir müssen nicht immer nur über "Sport" reden. Letztlich ist JEDE Steigerung der körperlichen Aktivität sinnvoll und hilfreich, nicht nur in Bezug auf das Abnehmen. Wir können viel mehr Bewegung in unseren Alltag integrieren, ohne dass wir dafür ins Fitnessstudio gehen müssten: Mehr Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen anstatt mit dem Auto oder dem Bus. Man könnte zum Beispiel einfach eine Haltestelle früher aussteigen, wenn die komplette Strecke zu weit ist oder sein Auto ein paar Straßen weiter parken. Die Treppe statt der Rolltreppe oder dem Aufzug nehmen. Abends noch ein Stück spazieren gehen, anstatt vor dem Fernseher abzuhängen. Und selbst beim Fernsehen könnten wir noch einfache Übungen machen. Letztlich geht es auch hier wieder darum, passive Gewohnheiten abzulegen und aktive Gewohnheiten zu etablieren

Fazit

Ich hoffe, dass dir beim Lesen dieses Artikels bewusst geworden ist, welche Idee hinter dem Abnehmchecker-Blog steht. Ich verspreche dir keine Wunder, sondern hoffe, dass du die Informationen nutzen kannst, den Weg zu finden, der dich an dein Ziel bringt. Das Wissen über die Ernährungsthemen soll dir helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, aber es soll dich nicht verunsichern. Das ganze Wissen nutzt uns gar nichts, wenn wir nicht handeln. Und da schließt sich der Kreis zum Beginn dieses Artikels, warum die Motivation an allererster Stelle steht und warum es so wichtig ist, sich seiner Ziele immer wieder bewusst zu werden.

Dein eigener Weg zum Ziel muss keine gerade Linie sein. Erfolgreiche Menschen sind nicht deshalb erfolgreich, weil sie niemals Fehler machen oder Rückschläge erleiden, sondern weil sie nicht an diesen Rückschlägen verzweifeln und aufgeben, sondern ihre Fehler korrigieren und ihren Weg anpassen. Hilfe und Unterstützung kannst du dabei auch im Forum finden: Von Abnehmcheckern für Abnehmchecker.

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