Ursache und Wirkung - Oder einfach nur Zufall?

Wir Abnehmchecker ernähren uns bewusst und überlassen es nicht dem Zufall, dass wir gesund abnehmen und dauerhaft schlank bleiben. Wir haben uns klare Ziele gesetzt und wissen, wie der Weg zu unserem Ziel aussieht. Wir erkennen unseren bisherigen Erfolg und freuen uns darüber, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dies bestärkt uns in dem Vertrauen in das Potenzial, das in uns steckt. Und folglich gehen wir diesen Weg weiter, uns bewusst zu ernähren und uns so Schritt für Schritt unserem Ziel zu nähern.

Wenn du die bisherigen Artikel im Abschnitt Motivation gelesen hast, dann weißt du, wie wichtig es ist, den oben genannten Kreis einzuhalten. Wenn das Ergebnis unseres Handelns uns näher zu unserem Ziel führt, dann stärkt das unser Vertrauen in unsere Möglichkeiten, in unser Potenzial. Und es hält somit unsere Motivation aufrecht, den begonnenen Weg fortzusetzen.

Was aber, wenn das Ergebnis unseres Handelns uns nicht näher zu unserem Ziel führt? Dann kommen die Zweifel, ob wir das Richtige tun oder ob wir es überhaupt jemals schaffen können. Dummerweise kommen genau diese Gedanken bei vielen Menschen von ganz alleine und daher geben sie schnell wieder auf oder gehen erst gar nicht los. Der Grund, am eigenen Handeln zu zweifeln, kann darin liegen, dass man sich falsche Ziele gesetzt hat oder dass man zu hohe Erwartungen hatte, in welcher Zeit und mit welchem Einsatz man sein Ziel erreichen kann. Natürlich werden diese Erwartungen überall geschürt. Kein Diätprogramm wirbt damit, dass es ein schwerer und langer Weg sein kann bis zu deinem Wunschkörper. Alles soll ganz einfach sein und dann ganz schnell gehen. Und tatsächlich gibt es ja auch Menschen, bei denen es schnell und einfach geht.

Anstatt dein Ziel deswegen komplett in Frage zu stellen und aufzugeben, solltest du dir über deinen eigenen Weg bewusst werden. Jeder Mensch startet an einem anderen Punkt und jeder hat ein anderes Ziel. Also ist es doch auch logisch, dass der Weg für jeden Menschen ein anderer ist, oder etwa nicht? Und dieser Weg kann nunmal für den Einen leichter sein als für Andere. Es hilft dir gar nichts, darüber zu jammern, dass es andere leichter haben als du. Letztendlich musst du deinen Weg gehen und herausfinden, wie du diesen Weg für dich so leicht wie möglich gestalten kannst. Und dabei darfst du dir natürlich gerne auch anschauen, wie es andere anstellen, bei denen es leichter geht und das übernehmen, was auch dir hilft und dafür das über Bord werfen, was deinem Erfolg im Wege steht.

Was wäre denn auch die Alternative? Dick bleiben, weil dir das Abnehmen nicht schnell genug ging? Einen hohen Blutdruck, eine schlechte Körperhaltung mit Gelenk- und Muskelschmerzen behalten, weil du keinen Sport treibst? Möchtest du, dass dir weiterhin alle alltäglichen Aufgaben schwer fallen, weil dir deine Fortschritte beim Krafttraining nicht schnell genug waren? Möchtest du wirklich deine Ziele aufgeben, weil du sie nicht schnell genug erreichst? Möchtest du in einigen Monaten und Jahren immer noch unzufrieden sein mit deinem Zustand, wenn du dein Ziel längst erreicht haben könntest? Du weißt doch, dass jeder erst einmal losgehen musst, um sein Ziel zu erreichen.

Viele Menschen glauben, dass der Weg zum Erfolg eine gerade Linie ist. Sie bewundern erfolgreiche Menschen und denken, dass deren Weg einfach war und diese Menschen niemals Misserfolge zu verkraften hatten. Aber das Gegenteil ist der Fall: Erfolgreiche Menschen sind die, die nach einem Misserfolg nicht aufgegeben haben, sondern ihren Weg fortgesetzt haben. Wenn erfolgreiche Menschen festgestellt haben, dass ihr Handeln nicht zum Ziel führt, dann haben sie daraus gelernt und ihre Richtung geändert. Sie haben nicht ihr Ziel aus den Augen verloren, aber ihren Weg angepasst, jedes Mal aufs Neue.

Die eigentliche Kunst besteht darin, das Ergebnis als Folge des eigenen Handelns zu erkennen und von Zufällen, die gleichzeitig passieren, zu unterscheiden. Denken wir nur an die täglichen Gewichtsschwankungen! Wir wissen, dass unser Körper keine Maschine ist und unser Gewicht natürlichen Schwankungen unterworfen ist, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können: Unterschiedliche Ausscheidungen über den Darm und die Blase oder kurzfristige Wassereinlagerungen zum Beispiel. Dies sind Ursachen für Gewichtsschwankungen, die mit unserem Ziel, Körperfett abzubauen überhaupt nichts zu tun haben. Bei Frauen kommt es auch zu Gewichtsschwankungen im Menstruationszyklus, die überhaupt nichts mit der Ernährung und dem eigenen Handeln zu tun haben und die genauso schnell wieder gehen wie sie gekommen sind.

Gefährlich wird es dann, wenn du ein negatives Ergebnis (Gewichtszunahme) als Folge deines an sich richtigen Handelns (gesunde Ernährung) siehst und deswegen an deinem Handeln zweifelst. Leider ist es genauso gefährlich, Fehler nicht zu erkennen und fortzusetzen, wenn man nicht erkennt, dass das unerwünschte Ergebnis tatsächlich die Folge des eigenen Handelns ist. Denn wenn man einen Fehler erkannt hat, dann muss man den Fehler korrigieren und seine Richtung anpassen. Was kannst du also tun, um diesen Unterschied zwischen Ursache und Wirkung und zufälligen oder wiederkehrenden Gewichtsschwankungen zu erkennen?

Zunächst einmal ist es sehr wichtig, dass du das normale Verhalten deines Körpers kennst. Wenn du weißt, dass du tägliche Gewichtsschwankungen von +/- 1 kg hast, dann musst du dir deswegen keine Sorgen machen. Du weißt doch, dass der Fettabbau nur ca. 50g bis maximal 100g am Tag beträgt, mehr geht nicht. Alles, was darüber hinaus geht, sind Schwankungen des Darminhalts, Wasserverlust und hoffentlich kein Muskelabbau. Daher ist es meiner Meinung nach ein großer Fehler, das aktuelle Gewicht immer mit dem Gewicht des Vortags zu vergleichen. Vergleiche doch mal dein heutiges Gewicht mit dem Gewicht von vor zwei Wochen. Wenn du im Schnitt 50g Fett pro Tag verloren hast, dann sind das in zwei Wochen schon 0,7kg. Natürlich kann infolge normaler Schwankungen dein heutiges Gewicht auch etwas über dem Wert von vor zwei Wochen liegen, aber nicht so viel wie im Vergleich zu gestern. Und du weißt auch, dass Schwankungen mal in die eine und mal in die andere Richtung auftreten und kannst dich schon darauf freuen, dass das übermorgen schon wieder ganz anders aussieht.

Der nächste wichtige Punkt ist, dass du doch verstanden hast, wie eine gesunde Ernährung funktioniert und du hast bereits gespürt, wie sich dein Wohlbefinden gebessert hat. Warum solltest du das also bei der geringsten Gewichtszunahme in Frage stellen? Ich habe mal den besorgten Beitrag einer Frau in einem Abnehmforum gelesen, die schrieb, dass sie am Vortag eine Handvoll Nüsse gegessen hat und nun dafür die "Quittung" in Form von einem Plus von 700g auf der Waage erhalten hat. Ich weiß zwar nicht, wie groß die Hände dieser Frau waren, aber bei mir sind eine Handvoll Nüsse ca. 20g. Wie soll man denn davon 700g zunehmen? Wenn sie den Unterschied zwischen Ursache - Wirkung und Zufall gekannt hätte, dann hätte sie sich keine Sorgen machen müssen.

Aber woran erkennst du nun, wenn tatsächlich etwas schief läuft und was du dann ändern musst? Denk doch gerade nochmal daran, wie lange es gedauert hast, bis du dir deine Speckröllchen angefuttert hast. Ging das innerhalb weniger Tage? Und wenn du deine frühere Ernährung mit den 7 Regeln für die Fettverbrennung vergleichst: Was war deiner Meinung nach die Hauptursache dafür, dass du in der Vergangenheit beständig zugenommen hast? Waren es die süßen Limonaden oder ständige Naschereien nebenbei oder hast du viel zu viel fettes Fleisch gegessen oder zu oft Fertiggerichte, Pizza und Hamburger? Oder hast du nicht aufhören können zu essen, wenn du längst satt warst? Wenn du bereits erfolgreich daran gearbeitet hast, die Hauptursache(n) für dein Übergewicht in den Griff zu bekommen, dann bist du doch schon auf der richtigen Spur.

Aber viele Menschen wollen es von einem Tag auf den anderen "komplett richtig" machen und übertreiben es dann: Isst du genug Gemüse und trinkst du ausreichend Wasser? Isst du dich an den richtigen Lebensmitteln satt? Isst du Fett aus gesunden Fettquellen und isst du genug Eiweiß? Isst du auch abwechslungsreich oder eigentlich immer das Selbe? Man erlebt leider immer wieder, wie Leute aus lauter Angst, alles falsch zu machen, alles falsch machen.

Zum Schluss das Wort zum Montag: In vielen Abnehmprogrammen gibt es einen "Genusstag", "Schummeltag", "Naschtag", "Re-feed Tag" oder "Cheatday". Egal, wie du diesen einen Tag in der Woche nennst, an dem du wirklich alles essen darfst und sollst, worauf du an den anderen Tagen eher verzichtet hast: Dieser Tag ist wichtig für deinen dauerhaften Erfolg. Zum Einen ist es wichtig für deine Motivation, dass Abnehmen nicht bedeutet, für immer und ewig auf etwas zu verzichten, was du gerne magst. Aber auch dein Stoffwechsel wird es dir danken. Du signalisierst deinem Körper an diesem Tag, dass keine Gefahr besteht, zu verhungern und die vorhandenen Reserven nicht länger benötigt werden. Gesteuert wird dies durch eine Anhebung des Leptinspiegels.

Kommen wir auf das Ausgangsthema zurück: Ursache und Wirkung. Vermutlich wirst du nach dem Genusstag etwas mehr wiegen als davor. Aber du weißt ja, dass dies kein neues Fett sein kann, das der Körper angelegt hat. Dein Darm ist noch voll und wenn du mehr Kohlenhydrate gegessen hast als sonst, dann sind auch deine Kurzzeit-Energiespeicher wieder gefüllt (das meiste davon ist Wasser, in dem die Glucose gelöst ist). Und das ist gut so und wichtig, damit du Energie hast für den Alltag und dich nicht schlapp und müde fühlst. 

Zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln: Wusstest du, dass der Pro-Kopf Verbrauch an Margarine in den USA sehr gut korreliert mit der Scheidungsrate im Bundesstaat Maine? Das glaubst du nicht? Dann kannst du dir hier das entsprechende Diagramm und weitere erstaunliche Übereinstimmungen anschauen: Funny Graphs Show Correlation Between Completely Unrelated Stats. Aber es ist doch klar, dass das Eine nicht die Ursache des Anderen ist, oder? Denk daran, wenn du das nächste Mal, wenn deine Waage ein Plus anzeigt, überlegst, ob das an der Handvoll Nüsse lag, die du am Vortag gegessen hast.

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